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Kopfschmerztabletten können zu Kopfschmerzen führen – und zu außerordentlicher Kündigung

Katrin Etteldorf
Rechtsanwältin

Arbeitsrecht
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Kopfschmerztabletten können zu Kopfschmerzen führen – und zu außerordentlicher Kündigung

Ein IT-Mitarbeiter hat, um eine Kundin seines Arbeitgebers auf eine Sicherheitslücke hinzuweisen, von einem PC eines Spielkasinos aus Kopfschmerztabletten für zwei Verantwortliche der Kundin bestellt. Dazu nutzte er Bankverbindungen von Kunden der Kundin. Diese hatte er zuvor von einem verschlüsselten Rechner der Kundin auf einen privaten Memory-Stick heruntergeladen. In der Bestellung merkte der Mitarbeiter an, wie einfach der Datenmissbrauch sei – die Tabletten könnten gegen die daraus resultierenden Kopfschmerzen helfen. Auch dieser Hinweis half dem Mitarbeiter nicht: Der Arbeitgeber kündigte nach Kenntnis von diesem Vorfall fristlos.

Die dagegen gerichtete Klage des Mitarbeiters blieb vor dem Arbeitsgericht Siegburg laut Pressemitteilung erfolglos. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig.

Der Mitarbeiter hat die Kundendaten zweckwidrig und damit gegen die Interessen seines Arbeitgebers eingesetzt. Der Datenmissbrauch ist auch nicht durch das Aufdecken vermeintlicher Sicherheitslücken zu rechtfertigen.

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