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Neues Jahr, neuer Mindestlohn… auch für Auszubildende!

Katrin Etteldorf
Rechtsanwältin

Arbeitsrecht
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Neues Jahr, neuer Mindestlohn… auch für Auszubildende!

Während der Mindestlohn für Arbeitnehmer inzwischen ein alter Hut ist und Arbeitgebern die Erhöhung des Mindestlohns auf € 9,35 pro Stunde ab 01.01.2020 bekannt sein dürfte, ist eine maßgebliche Neuregelung für Azubis noch nicht so geläufig.

Nach § 17 Berufsbildungsgesetz (BBiG) gibt es nun auch für Azubis einen Mindestlohn. Bei Ausbildungsverträgen, die ab 01.01.2020 geschlossen werden, ist eine angemessene Vergütung für Auszubildende gesetzlich definiert.

Im ersten Ausbildungsjahr gilt folgendes Gehalt als angemessen:

  • bei Beginn der Berufsausbildung vom 01.01.2020-31.12.2020 € 515,
  • bei Beginn der Berufsausbildung vom 01.01.2021-31.12.2021 € 550,
  • bei Beginn der Berufsausbildung vom 01.01.2022-31.12.2022 € 585,
  • bei Beginn der Berufsausbildung vom 01.01.2023-31.12.2023 € 620.

Für die weiteren Ausbildungsjahre wird die Vergütung prozentual erhöht, wobei Basis immer das Gehalt des ersten Ausbildungsjahres ist. Für das 2. Jahr der Berufsausbildung ist der jeweilige Betrag des ersten Ausbildungsjahres um 18%, für das 3. Jahr um 35% und im 4. Jahr um 40% zu erhöhen.

Wie beim Mindestlohn für Arbeitnehmer ist eine Fortschreibung der Ausbildungsvergütung vorgesehen, allerdings anhand bestimmter statistischer Erhebungen.

Ebenfalls vergleichbar mit der Regelung zum Mindestlohn für Arbeitnehmer sind bestimmte Abweichungen durch die Tarifvertragsparteien zulässig. So kann etwa in Tarifverträgen eine geringere Vergütung vereinbart werden. Diese gilt gleichermaßen als angemessen.

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