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Verjährung von Schadensersatzansprüchen. OLG Frankfurt, Beschluss v. 18.08.2017, Az. 19 U 35/17

Max Kirschhöfer
Rechtsanwalt

Bank- und Kapitalmarktrecht
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Verjährung von Schadensersatzansprüchen. OLG Frankfurt, Beschluss v. 18.08.2017, Az. 19 U 35/17

Nach wie vor versuchen Anleger geschlossener Fonds unter Rückgriff auf den sog. „Kickbackjoker“, den Vorwurf einer fehlerhaften Anlageberatung sowie unter Behauptung vermeintlicher Prospektfehler sich von Fondsbeteiligungen zu lösen, die sich entgegen ihrer Erwartungen entwickelt haben.
Es verwundert in diesem Zusammenhang, dass die Schadensersatzprozesse vermeintlich geschädigter Anleger in einer Vielzahl an Fällen erst unmittelbar vor dem Eingreifen der zehnjährigen Höchstverjährungsfrist des § 199 Abs. 3 Nr. 1 BGB angestrengt werden.
Das OLG Frankfurt weist in seinem Beschluss vom 18.08.2017, Az. 19 U 35/17, zutreffend darauf hin, dass nicht der Tag der Annahme des Beitrtittsgesuchs durch die Fondsgesellschaft der für den Beginn der Verjährungsfrist maßgebliche Zeitpunkt ist. Fristauslösendes Ereignis ist nach Auffassung des 19. Zivilsenats des OLG Frankfurt der Zeitpunkt der Angebotsabgabe durch den Anleger, da der Anleger bereits zu diesem Zeitpunkt eine ihn rechtlich bindende Erklärung abgegeben hat. Gerade in denjenigen Fällen, in denen der Anleger erst „in letzter“ Sekunde und der Übung der Anlegerschutzanwälte nach, nämlich zehn Jahre nach der Annahme des Beitrittsgesuchs durch die Fondsgesellschaft, Klage erhebt, kann diese vom OLG Frankfurt vorgenommene Differenzierung für den Ausgang des Rechtsstreits entscheidend sein.

2017.10.25-OLG-FFM-zu-Verjährung.pdf (124 Downloads)

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